Die Facebook Aktie steigt wieder

Offensichtlich hat Zuckerberg erkannt, dass er handeln muss, nachdem der Kurs in den letzten Wochen vom Ausgabepreis bei 38 USD auf 25,52 USD abgestürzt ist.
Inzwischen wurde bekannt, dass Facebook eine Auktionsplattform startet, auf der Interessenten demnächst ihre Anzeigen auf Facebook.com ersteigern können. Da ich diese Vertriebsstrategie bereits von einigen anderen Seiten wie Google AdWords kenne, wo es sich sehr gut bewährt hat, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass diese Art des Vertriebs erfolgreich für Facebook sein kann. Auch wenn es wohl nicht zu dem, von den Aktionären erhofften, Umsatzschub kommen wird, zeigt dieser Schritt, dass Mark Zuckerberg durchaus bereit ist, neue Wege zu gehen und auch innovative neue Möglichkeiten zu nutzen.

Die Aktie selbst erlebt einen leichten Aufschwung, wie auch das Onlineportal Godmode Trader richtig festgestellt hat, und notiert zur Stunde bei 30.01 USD.
Ob und wann die Aktie jedoch wirklich den Preis von 38 USD wert sein wird, bleibt abzuwarten. Ich persönlich rechne damit ehrlich gesagt nicht in diesem Jahrzehnt, aber ich würde mich gerne überraschen lassen, sollte Facebook in Zukunft weiterhin neue innovative Wege gehen und neue Märkte erschließen.

Facebook Aktie unter 30 USD

Bezug nehmend auf meinen letzten Artikel „Facebook geht an die Börse“ habe ich mir heute vorgenommen einen neuen Blog zu diesem Thema zu schreiben.
Wie ich es bereits geahnt habe, konnte Facebook den Kurs von 38 USD nicht halten. Auch wenn ich zugeben muss, dass es deutlich schneller ging, als selbst ich damit gerechnet habe, ist der Kurs der Facebook Aktie heute unter 30 USD gefallen. Genau genommen steht der Kurs gerade bei 28,86 USD. Im Verhältnis zum Ausgabepreis von 38 USD sind das nun 24% Verlust an nur acht Handelstagen bisher. Satte Leistung.
Nichts desto trotz gibt es tatsächlich noch Optimisten, die trotz dieser katastrophalen Kursentwicklung zum Kauf dieser Aktie raten. So zum Beispiel Needham & Co, welche sogar ein Kursziel von 40 USD sehen. „Etwas“ zu hoch in meinen Augen, aber wir werden sehen, wer in den nächsten Jahren Recht behält.
Während dessen machen sich wohl einige Journalisten Gedanken, wie es zu diesem Fiasko kommen konnte, wie zum Beispiel die FAZ.
Aber wollen wir mal nicht nur über die negativen Schlagzeilen reden, die Facebook in den letzten Tagen verursachte und versuchen wir in die Zukunft zu sehen. Dort plant Facebook inzwischen mit dem Hersteller HTC ein Smartphone „Buffy“ und es gibt Gerüchte zu einem Kauf von Opera.
Ich persönlich sehe die Zukunft von Facebook im Netzwerken.
Vielleicht durch einen Zukauf von Xing oder LinkedIn. Dadurch könnte man bereits vorhandene Patente besser nutzen. Ebenso die Infastruktur an Servern. Ob man selbst mit einem kompletten Kauf von LinkedIn ansatzweise in die Gewinnregionen kommt, die einen so hohen Ausgabepreis rechtfertigen würden, bezweifle ich persönlich jedoch noch stets.

Facebook geht an die Börse

Es ist wieder einmal so weit: Ein IT-Unternehmen geht an die Börse, und alle (zumindest sehr viele) gehen mit. Mir fällt dazu nur ein: Party like it’s 2001, als Unternehmen wie Yahoo! und EM.TV ihren großen Auftritt hatten.
Dass Unternehmen wie zuletzt Groupon (Ausgabepreis 20$) oder Zynga (Ausgabepreis 10$) inzwischen weit unter ihrem Ausgabepreis liegen (Groupon 12,41$ und Zynga 8,28$), scheint die Teilnehmer an diesem Hype wohl wenig zu stören.
Sie hoffen darauf, dass sich in Mark Zuckerberg ein neuer Steven Jobs verbirgt, der Facebook zu einer neuen Plattform wie Google, teilweise ist auch das Wort „neue Internetinfrastruktur“ im Gespräch, ausbaut. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg.
Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis von 108 ist die Aktie eine Katastrophe. Demzufolge würde es 108 Jahre dauern, bei gleichbleibenden Gewinnen, bis sich das Investment rentiert. Natürlich rechnen die Investoren mit steigenden Gewinnen. Sehr stark steigenden Gewinnen, aber das alles ist bislang reine Spekulation und kann bis dato noch nicht mit Zahlen konkret belegt werden.
Wie die Aktie sich entwickeln wird, werden die nächsten 10 Jahre zeigen, für mich ist dieser Hype auf jeden Fall kein Grund in ein Unternehmen zu investieren, dessen Zahlen zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich überzeugend sind, solch einen hohen Preis zu zahlen.

Meine Lieblingsaktie die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft (Munich Re)

Ich werde in letzter Zeit immer öfters gefragt, warum ich so gerne in die Munich Re investiere. Je öfters ich gefragt wurde, desto mehr Argumente sind mir dazu eingefallen, welche ich gerne ein für alle mal in meinem Blog veröffentlichen würde.
Leider ist es mit dem „ein für alle mal“ bei Aktien so eine Sache, da sich das Unternehmen, die Umstände, der Aktienkurs und das Management regelmäßig ändern. Nichts desto trotz: Einen Versuch ist es wert.

Punkt 1: Das Kurs-Buchwert-Verhältnis
Unter Kurs-Buchwert-Verhältnis versteht man kurz gesagt das Verhältnis von Buchwert pro Aktie zum aktuellen Aktienkurs. Am Beispiel Munich Re ist das im Moment ein Buchwert von 129,86 EUR (Buchwert 2011 laut Kennzahlen) zu einem Aktienkurs von 106,60 EUR (Schlusskurs 3. Mai 2012).
Was bedeutet das im Detail?
Der Buchwert eines Unternehmens gibt das Eigenkapital eines Unternehmens an. Also vereinfacht gesagt, den Wert eines Unternehmens abzüglich der Verbindlichkeiten.
Vereinfacht gesagt ist die Munich Re im Moment also mehr Wert als sie kostet. Dabei gibt es allerdings einen Haken: Wer bewertet ein Unternehmen? Die Bewertung eines Unternehmens unterliegt gesetzlichen Bestimmungen (HGB, IFRS, US-GAAP). Jedoch hat ein Unternehmen immer etwas Spielraum in der Bewertung seiner Anlagen. Werden die Anlagen zum Kaufpreis in die Bücher aufgenommen? Zum aktuellen Preis? Gerade bei Aktien und Anleihen ist diese Bewertung sehr kompliziert. Woher weiß man also genau, zu welchem Wert die Aktien, Anleihen und Immobilien in den Büchern stehen? Sicherlich sind die Vorschriften von IFRS in diesem Fall sehr streng und erlauben nur wenig Spielraum, dennoch wäre eine zu hohe Bewertung möglich. Nichts desto trotz hat Munich Re gerade im letzten Jahr gezeigt, wie schnell sie Abschreibungen – im konkreten Fall auf griechische Staatsanleihen – vornimmt um die Werte in den Büchern zu berichtigen, wozu wir zu einem weiteren Punkt kommen, der mir sehr wichtig an der Munich Re ist.

Punkt 2: Das Management
Ob man dem Management traut ist immer so eine Sache. Ich persönlich achte in erster Linie erst auf die Zahlen eines Unternehmens, kaufe dann ein paar Aktien und mit der Zeit baut sich eine Art Vertrauen zum Management auf. Solch ein „Vertrauen“ habe ich ehrlich gesagt sehr selten. In erster Linie will ich hier das Unternehmen Berkshire Hathaway und dessen Geschäftsführer Warren Buffett nennen. Ich habe mich in den letzten Jahren sehr intensiv mit Warren Buffett beschäftigt, seine Biographie gelesen, sehr viele Artikel zu seiner Person gelesen und ich war einige Monate in Berkshire Hathaway investiert. Wie einige anderen Investoren (und in diesem Zusammenhang nahezu Fans) vertraue ich Warren Buffett bei seiner Arbeit voll und ganz. Seine jährlich erscheinenden Briefe an seine Aktionäre sind sehr offen und ehrlich und zeichnen ihn aus.
Sicherlich habe ich kein so vertrautes Verhältnis zu Nikolaus von Bomhard wie zu Warren Buffett, aber je mehr Artikel ich über ihn lese und je länger ich in Munich Re investiert bin, desto mehr bin ich von seiner Art begeistert. Sei es die Tatsache dass er eine Mietwohnung einer gekauften Wohnung vorzieht (Focus Artikel), oder dass er Warren Buffett zitiert wie bei der letzten Hauptversammlung. Auch sind seine Entscheidungen in meinen Augen stets schlüssig und ehrlich.
Ich weiß, das Management ist immer eine schwammige Sache und nur schwer greifbar und kontrollierbar durch Kennzahlen (wer weiß schon ob es ein anderes Management besser gemacht hätte), aber man sollte sich immer vorher wenigstens etwas über das Management informieren. Nichts desto trotz sollte ein gutes Unternehmen nicht davon abhängen.

A ham sandwich could run Coca Cola

Warren Buffett

Positiv zu erwähnen ist auch, dass das Vergütungssystem des Vorstandes zu einem großen Teil an den Erfolg des Unternehmens gebunden ist. Eventuelle Prämien werden auch teilweise als Aktien ausgegeben, die das Management noch mehr motivieren sollen, dass Unternehmen langfristig erfolgreich zu führen.

Punkt 3: Kurs-Gewinn-Verhältnis
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis oder auch die Dividendenrendite ist ein sehr wichtiger Punkt in meinen Investitionen. Ich weiß nicht warum, aber gerade diese Punkte (neben dem Kurs-Buchwert-Verhältnis) wurde gerade in den letzten Jahren immer wichtiger für meine Entscheidungen, da viele Märkte nicht mehr so funktionierten wie bisher, ich aber auch bei sehr instabilen Finanzmärkten sicher gehen wollte, dass ich liquide bleibe und auch in Zukunft mit einer festen Dividende rechnen kann.
Die aktuelle Dividende der Munich Re liegt bei derzeit 6,25 EUR pro Jahr. Das entspricht bei dem letzten Schlusskurs eine Rendite von 5,86%.
Da die Dividende seit 1969 nicht mehr gekürzt wurde (Quelle) gehe ich auch stark davon aus, dass Munich Re an dieser Politik auch in Zukunft festhalten wird, was sie zuletzt 2011 bewiesen hat, als sie trotz einem Ergebnis von lediglich 3,94 EUR pro Aktie an der Dividende vom Vorjahr festgehalten hat.
Wozu wir zum Thema Gewinn kommen.
Gerade hier werde ich oft gefragt: Ist es nicht riskant in einen Versicherer zu investieren?
Das Jahr 2011 hat glaube ich ganz gut gezeigt für was es einen Rückversicherer gibt. Es war eines der teuersten (und im Ergebnis eines der schlechtesten) Jahre der Geschichte von Munich Re. Zugleich hat das Jahr 2011 allerdings auch gezeigt, womit die Rückversicherung ihr Geld verdient: Mit den Prämien der Versicherungen.
Die Prämien wurden im letzten Jahr deutlich erhöht, was dazu führte, dass langfristig mehr Geld verdient wird. Das erste Quartal gibt mir hier vollkommen recht, da bereits im 1. Quartal 2012 mehr verdient wurde als im gesamten Jahr 2011.
Je höher die Schäden desto höher (oftmals auch mehr, da mehr Schäden versichert werden, nachdem sie vorher evtl. nicht versichert waren) die Prämien in der Zukunft und somit der Gewinn der nächsten Jahre.
Setzt man nun Gewinn ins Verhältnis zu dem aktuellen Kurs, so ergibt dies das Kurs-Gewinn-Verhältnis.
Dieses liegt im Jahr 2011 auf Grund der vielen Naturkatastrophen zwar nur bei 27,06, verglichen mit dem Ergebnis von 2010 jedoch bei 8,16.
Berücksichtigt man die deutlich höheren Prämien als 2010 dürfte das KGV dieses Jahr sogar nochmal niedriger liegen als 2010.

Punkt 4: Warren Buffett
Ich bin ungern jemand, der Warren Buffett hinterher läuft, deshalb setze ich diesen Punkt erst an die letzte Stelle meiner Aufführung
Es ist nicht so, dass ich Munich Re gekauft habe, weil Warren Buffett 11,2% an dieser hält, es ist viel mehr so, dass ich mich durch die Investition von Warren Buffett bestätigt fühle.
Wenn man weiß, mit welcher Sorgfalt Buffett seine Investments auswählt und prüft, dann sind seine Investitionen nicht umsonst eine Art Auszeichnung für das jeweilige Unternehmen.
Ich werde meine Investition bei Munich Re nicht davon abhängig machen wie lange Buffett investiert ist, aber es bestätigt mich im Moment sehr in meiner Entscheidung.

Risiken der Munich Re
Natürlich gibt es neben der guten Zahlen, die für eine Investition sprechen auch einige Risiken der sich Munich Re stellen muss.
Allen voran sind dies in meinen Augen die derzeitig niedrigen Leitzinsen.
Das Rückversicherungsgeschäft ist sehr von diesen Zahlen abhängig. Je niedriger der Leitzins ist, desto geringer fallen die Gewinne auf das von der Versicherung investierte Geld aus, was letztendlich auch die Rendite des gesamten Unternehmens drückt.
Um auf die wohl länger als gedachten niedrigen Leitzins zu reagieren wird die Münchener Rück in Zukunft ihre Aktienquote erhöhen um die mageren Gewinne aus Festverzinslichen Wertpapieren so etwas auszugleichen.
Selbstverständlich gehören auch weiterhin Naturkatastrophen zu den Risiken, jedoch habe ich gerade im letzten Jahr von Herrn von Bomhard gelernt, dass dies weniger ein Risiko, als das normale Geschäft einer Rückversicherung ist.

Ich weiß nicht wie lange ich noch in Munich Re investiert bleiben werde, aber bei der derzeitigen Lage und Entwicklung bin ich mir sicher, dass es noch einige Zeit sein wird. Ich kenne im Moment leider nur wenige Unternehmen die mich so begeistern wie die Munich Re. Im Gegensatz zu beispielsweise Berkshire Hathaway hat sie zudem noch den Vorteil, dass ich in Deutschland keinerlei Währungsrisiko eingehe. Es würde mich freuen, wenn ich bald ein ähnlich gutes Unternehmen finden würde, jedoch sind die alternativen seit der Finanzkrise ziemlich rar geworden.

Ich bin mir sicher, dass ich selbst in diesem Artikel, an dem ich nun seit fast zwei Stunden (und 1339 Wörter) sitze, nicht alle Gründe aufgeführt habe, warum ich dieses Unternehmen so mag, aber ich werde eventuelle Ergänzungen mit Sicherheit noch nachtragen.

Quellen:

Kennzahlen: http://www.munichre.com/de/ir/shares/key_figures/default.aspx
Aktionärsstruktur: http://www.munichre.com/de/ir/shares/shareholder_profile/default.aspx

Der Artikel soll keine Kaufempfehlung darstellen. Ich schildere in diesem Artikel nur, warum ich persönlich von der Aktie der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft überzeugt bin und ich in dieses Unternehmen investiert habe und noch investiert bin.
Ich hoffe alle Angaben richtig getätigt zu haben, Tippfehler nicht ausgeschlossen.