GSW Immobilien AG und der Schuldenstand von Berlin

Durch einen Artikel auf Capital.de bin ich heute auf GSW Immobilien AG in Berlin aufmerksam geworden.
Zunächst klingt der Artikel natürlich sehr verlockend: Die Quadratmeterpreise der GSW sollen mit 800 EUR pro Quadratmeter bewertet sein, und das bei einem Kurs-Buchungs-Verhältnis von 29,73 EUR Kurs- zu 26,67 EUR Buchwert.
Wie in dem Artikel richtig beschrieben wird, würde der Bau neuer Wohnungen deutlich mehr kosten (im Artikel werden 1.200 EUR pro Quadratmeter veranschlagt). Die erste Frage die sich mir da stellt ist: Muss man in Berlin überhaupt neue Mietwohnungen bauen? Soweit ich informiert bin, herrscht in Berlin nicht gerade Wohnungsnotstand. Im Gegenteil, es gibt in vielen Gegenden gerade genügend leer stehende Wohnungen, woraus sich auch die Frage ergibt, inwiefern die Wohnungen der GSW überhaupt vermietet werden.
Natürlich trägt die Urbanisierung in Deutschland dazu bei, dass in Deutschland der Bedarf an Wohnungen in Großstädten stetig steigt. Aber reicht dies aus?
Eine andere Tatsache die mich beschäftigt, ist die Frage, ob die Berliner in Zukunft noch ihre eigene Wohnung leisten können? Bei einer Stadt- bzw. Landesverschuldung von mehr als 18.000 EUR pro Kopf, die in den nächsten Jahrzehnten wohl von den Berlinern eingefordert werden müssen, könnte ich mir gut vorstellen, dass in Berlin ein Trend einsetzt, den ich als Münchner nur all zu gut kenne: die Bildung von WGs um Mietkosten zu sparen.
Ich werde mir in den nächsten Tagen gut überlegen, ob ich eventuell in die GSW investieren werde. Falls die Dividende wirklich bei 1,66 EUR pro Aktie für 2012 liegen sollte, ergäbe dies eine Dividendenrendite von 5,5%, bei einer relativ sicheren Geldanlage… die oben genannten Punkte vorerst außer acht gelassen.
Einen Blick ist die Aktie auf jeden Fall wert.

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